Wurm drin

Unsere Kinder haben Würmer. Geil, oder? Also um genau zu sein, hatten wir alle Würmer, aber zwischen Diagnose, Therapie und Heilung vergehen dank hoch wirksamer Medikamente zum Glück nur wenige Stunden.

Erst wusste die Kita nicht, dass es das überhaupt gibt – und dann verdeutlichte sie nachdem ich ihnen Infos gab, dass sie noch weniger wissen.

Ich bin frustriert. Man mailte mir, ich möge ein Attest beibringen, weil in der letzten Zeit so viele ansteckende Krankheiten in der Kita sein würden.

Bei Würmern.

Aus dem Nähkästchen einer GKP geplaudert: Gebe ich montags eine Stuhlprobe beim Kinderarzt ab, kommt vor Freitag kein Befund zurück und ich bekomme vorher auch kein Attest.

Das Medikament tötet die Würmer binnen weniger Stunden ab. Man sieht die Toten Würmer im Kot. Geladen wie ich war, überlegte ich, ob ein Bild ausreicht. Ich war echt sauer.

Warum? Nun, ich hasse es, wenn meine Kinder krank aus der Kita kommen, weil irgendwer sein Kind krank abgibt. Deshalb bleiben meine Kinder grundsätzlich immer einen Tag länger zuhause, damit sie auch ganz sicher gesund sind.

Deswegen sagte ich „N könnte zwar am Freitag schon wieder kommen, aber wir warten mal bis Montag ab. Sicher ist sicher.“

Ganz ehrlich? Ich fühle mich verprellt. Das Personal kennt mich, die neue Leitung lernt mich jetzt dann kennen.

Statt der x-ten Montessori FoBi sollten sie sich wohl mal zum Thema Kinderkrankheiten und Hygiene fortbilden.

Ich traue mich nämlich wetten, dass trotz Hinweis durch mich wie ansteckend das ist und das sicher mehr haben, nicht entsprechend gereinigt wurde.

Aber dafür habe ich ja die WhatsApp Gruppe damit gecrasht. Die waren dann alle fleißig in der Apotheke. Weiß ich von der Apothekerin. „Das haben heute einige hier geholt“

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Dunkle Gedanken

Eine Änderung des Krankenkassenbeitrags von 0,3% brachte ihm im Juni 4,50€ mehr netto.

Pflichtschuldig, weil Änderungen ja mitzuteilen sind, teilten wir als brave Aufstocker dies dem Jobcenter mit.

Zur Belohnung gab es einen Änderungsbescheid mit Kürzung der Leistung um 200€ um Überzahlung zu verhindern. Es wird mit einem fiktiven Gehalt von 1750€ gerechnet. Im Arbeitsvertrag steht ein festes Gehalt von 1500€ brutto.

Nach endlosen Anrufen und Kontakt mit der Warteschleife teilte mir die Frau am Telefon mit, dass dies Entscheidung des Sachbearbeiters sei, wir natürlich Widerspruch einlegen könnten, dies aber bis zu 3 Monate dauern kann und wir unbedingt dazu schreiben müssen, dass wir darauf bestehen, dass die monatliche Nachberechnung trotz Widerspruch bestehen bleiben soll – damit wir das Geld dann auch bekommen.

200€. Weniger. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Arme Große. Das wird ätzend.

Ich schaue das Kleinkind an und bereue es, nicht arbeiten gehen zu können, weil ich noch in Elternzeit bin und ich bereue es, noch ein Kind bekommen zu haben.

Dunkle Wolken hängen über mir. Ich weine. Ich hasse mich für meine Gedanken. Ich liebe meine Kinder. Ich hasse die Welt. Ich hasse die deutsche Bürokratie. Ich hasse mich. Ich weine. Ich mag nicht mehr. Ich fühl mich so ausgelaugt. Ausgeliefert. Ausgebrannt.

Ich verstehe das auch nicht. Da gibt’s auch nix zu verstehen.

Erster Geburtstag von K2

Er ist jetzt 1 Jahr alt.

Vor einem Jahr um diese Zeit wurde der Ultraschall gemacht und die eine Ärztin wollte mich unbedingt tatsächlich noch einleiten. (Der Muttermund war aber zu.)

Etwa eine Stunde später fiel im CTG die Herzfrequenz unter einem Wehchen noch einmal gefährlich ab.

Um ca. 16:45 war er dann draußen und ich nach einer eiligen Sectio auf Stunden von ihm getrennt, weil er wegen 30g auf die Neo musste.

38+2, 45 cm, 2270g

Wäre an diesem Tag irgend etwas anders gelaufen, wäre er nicht da oder nicht so gesund wie er heute ist.

Eine erfahrene, sehr gute Frauenärztin, mein Selbstbewusstsein als Schwangere (ich verbrüderte mich mit den Hebammen und dem Oberarzt im Kreißsaal gegen die meiner Meinung nach übermütige Ärztin), das richtige Timing und eine wirklich unverschämt große Portion Glück.

Das weiß ich.

Dafür bin ich heute dankbar.

Damals war ich voller widersprüchlicher Gefühle und diese begleiteten mich wochenlang. Teilweise sogar monatelang.

Heute hat er 8kg und 70 cm.

Soweit man es beurteilen kann, fehlt ihm überhaupt nichts.

Seine große Schwester liebt ihn.

Wir lieben ihn.

Wir feiern heute sein erstes Lebensjahr.

Nur die Torte ist nicht wie geplant. Passt auch irgendwie.

Hauptsache sie schmeckt. 😅

Wie auf hoher See

Unser Leben ist und bleibt auf seine gewöhnliche Art und Weise ungewöhnlich. In den vergangenen Wochen häufte sich Frust an. Ich starrte in den Abgrund und der Abgrund starrte zurück.

Der schwarze Hund lauerte mir auf, biss sich an mir fest und ich spürte wie mich die Kräfte verließen.

Alles war mur zu viel, kaum einer verstand mich. „Reg dich nicht so auf!“ Ich fühlte mich in meiner Existenz bedroht. Unsere ganze Familie fühlte sich an als würde sie bald zerbrechen. Ich fühlte mich, als würde ich auseinander fallen, wenn ich zu tief einatme. Mir fehlte die Luft. Ich hatte das Gefühl, bald zu ersticken.

Nun war ich aber schon mehr als einmal an einen Punkt, an den ich nicht mehr kommen möchte. So depressiv, dass ich nicht mehr aus dem Bett kam, nicht mehr schlafen konnte… vor den Kindern. Da war ich sogar wochenlang in einer Klinik und machte eine Therapie.

In den Jahren danach geschah vieles und als ich 2013 schwanger wurde, wurde ich frei von Medikamenten.

Es blieb jedoch eine hohe See und manchmal verliere ich die Orientierung und fühle mich als würde ich mit kaputtem Motor, ohne Segel und Kompass und ohne rettendes Ufer einfach nur treiben. Wie Treibgut eben.

Nun ist es aber so, dass ich Werkzeug mitbekam und da ich kein ordentlicher Mensch bin, krame ich manchmal länger in der Schublade.

Was ist also in den vergangenen Wochen passiert?

  • Unser Sohn wurde im Februar operiert, da es nötig war (und der Klinikaufenthalt war wegen äußerer Faktoren für mich nicht einfach; die Kinderchirurgie und die Kinderkardiologie teilen sich eine Station)
  • Ich trennte mich von der Gruppe Frauen, welche ich damals als die Große ein Baby war im Internet kennengelernt hatte
  • Wir planen tatsächlich eine Zukunft, die nicht unbedingt einschließt, dass wir hier wohnen bleiben

Was soll ich sagen? Als Fakten klingt das wenig turbulent, aber emotional war vieles davon schwierig, da ich nur wenige Freunde habe und alle ein Leben führen, in dem nur gelegentlich Platz für mich ist. Allein sein ist nicht meine Stärke. Meine Gedanken fangen dann das Kreisen an.

Jetzt habe ich aber mein Werkzeug wieder gefunden und wir träumen, planen und leben wieder ein wenig entspannter. So manche Befreiung war wohl tatsächlich nötig, denn

  • Unser Sohn schreit nicht mehr, wenn er pinkelt (Babys tun das bekanntlich öfter als Erwachsene)
  • Ich habe mich aus einen Kreis von Bekanntschaften gelöst, der sein Haltbarkeitsdatum klar überschritten und mir nicht mehr gut getan hat
  • Ich habe mit ein paar dieser Frauen durchaus eine neue Basis gefunden, die sich wesentlich positiver auf mich auswirkt
  • Wir haben eine Perspektive für die Zukunft (Er hat seinen Arbeitsvertrag unterschrieben, ich kann nach der Elternzeit wieder anders arbeiten)

Folglich kann ich jetzt, wo es wieder ruhiger geworden ist, wahrscheinlich auch wieder öfter bloggen.

Hoffe ich zumindest.

Raum für mich?

Ich fühle mich momentan sehr angespannt. Das hat viele unterschiedliche Gründe, aber einer davon ist, dass mir der Raum für mich fehlt. Zeit für mich.

Ich bin 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Mama.

Wer auch immer sich das „richtiger Abstand“-Blabla hat einfallen lassen, dem sei eines gesagt: Bullshit!

Bitte nicht falsch verstehen: Ich liebe meine Kinder!

Aber, es gibt ein Aber!

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Déjà vus

Am Freitag waren wir beim Kinderarzt. Das könnte der Grund sein, warum ich jetzt dann doch öfter mal wieder was blogge, denke ich.

Also, nochmal, am Freitag waren wir beim Kinderarzt. Eigentlich nur, weil Krümel 2.0s Phimose sich als Therapie resistent gegenüber Cortison herausstellte und nach Beendigung der Therapie die geringfügige Verbesserung sich wieder in Luft auflöste. „Die Vorhaut ist aber auch sehr lang. Das sollen sich mal die Kinderchirurgen anschauen.“

…und dann besprechen wir die Befunde der Blutentnahme vom Dezember.

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