Wie auf hoher See

Unser Leben ist und bleibt auf seine gewöhnliche Art und Weise ungewöhnlich. In den vergangenen Wochen häufte sich Frust an. Ich starrte in den Abgrund und der Abgrund starrte zurück.

Der schwarze Hund lauerte mir auf, biss sich an mir fest und ich spürte wie mich die Kräfte verließen.

Alles war mur zu viel, kaum einer verstand mich. „Reg dich nicht so auf!“ Ich fühlte mich in meiner Existenz bedroht. Unsere ganze Familie fühlte sich an als würde sie bald zerbrechen. Ich fühlte mich, als würde ich auseinander fallen, wenn ich zu tief einatme. Mir fehlte die Luft. Ich hatte das Gefühl, bald zu ersticken.

Nun war ich aber schon mehr als einmal an einen Punkt, an den ich nicht mehr kommen möchte. So depressiv, dass ich nicht mehr aus dem Bett kam, nicht mehr schlafen konnte… vor den Kindern. Da war ich sogar wochenlang in einer Klinik und machte eine Therapie.

In den Jahren danach geschah vieles und als ich 2013 schwanger wurde, wurde ich frei von Medikamenten.

Es blieb jedoch eine hohe See und manchmal verliere ich die Orientierung und fühle mich als würde ich mit kaputtem Motor, ohne Segel und Kompass und ohne rettendes Ufer einfach nur treiben. Wie Treibgut eben.

Nun ist es aber so, dass ich Werkzeug mitbekam und da ich kein ordentlicher Mensch bin, krame ich manchmal länger in der Schublade.

Was ist also in den vergangenen Wochen passiert?

  • Unser Sohn wurde im Februar operiert, da es nötig war (und der Klinikaufenthalt war wegen äußerer Faktoren für mich nicht einfach; die Kinderchirurgie und die Kinderkardiologie teilen sich eine Station)
  • Ich trennte mich von der Gruppe Frauen, welche ich damals als die Große ein Baby war im Internet kennengelernt hatte
  • Wir planen tatsächlich eine Zukunft, die nicht unbedingt einschließt, dass wir hier wohnen bleiben

Was soll ich sagen? Als Fakten klingt das wenig turbulent, aber emotional war vieles davon schwierig, da ich nur wenige Freunde habe und alle ein Leben führen, in dem nur gelegentlich Platz für mich ist. Allein sein ist nicht meine Stärke. Meine Gedanken fangen dann das Kreisen an.

Jetzt habe ich aber mein Werkzeug wieder gefunden und wir träumen, planen und leben wieder ein wenig entspannter. So manche Befreiung war wohl tatsächlich nötig, denn

  • Unser Sohn schreit nicht mehr, wenn er pinkelt (Babys tun das bekanntlich öfter als Erwachsene)
  • Ich habe mich aus einen Kreis von Bekanntschaften gelöst, der sein Haltbarkeitsdatum klar überschritten und mir nicht mehr gut getan hat
  • Ich habe mit ein paar dieser Frauen durchaus eine neue Basis gefunden, die sich wesentlich positiver auf mich auswirkt
  • Wir haben eine Perspektive für die Zukunft (Er hat seinen Arbeitsvertrag unterschrieben, ich kann nach der Elternzeit wieder anders arbeiten)

Folglich kann ich jetzt, wo es wieder ruhiger geworden ist, wahrscheinlich auch wieder öfter bloggen.

Hoffe ich zumindest.

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Raum für mich?

Ich fühle mich momentan sehr angespannt. Das hat viele unterschiedliche Gründe, aber einer davon ist, dass mir der Raum für mich fehlt. Zeit für mich.

Ich bin 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Mama.

Wer auch immer sich das „richtiger Abstand“-Blabla hat einfallen lassen, dem sei eines gesagt: Bullshit!

Bitte nicht falsch verstehen: Ich liebe meine Kinder!

Aber, es gibt ein Aber!

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Déjà vus

Am Freitag waren wir beim Kinderarzt. Das könnte der Grund sein, warum ich jetzt dann doch öfter mal wieder was blogge, denke ich.

Also, nochmal, am Freitag waren wir beim Kinderarzt. Eigentlich nur, weil Krümel 2.0s Phimose sich als Therapie resistent gegenüber Cortison herausstellte und nach Beendigung der Therapie die geringfügige Verbesserung sich wieder in Luft auflöste. „Die Vorhaut ist aber auch sehr lang. Das sollen sich mal die Kinderchirurgen anschauen.“

…und dann besprechen wir die Befunde der Blutentnahme vom Dezember.

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Empathieentwicklung

Empathie Level: „Das hat meine Gefühle verletzt“

Kam heute recht überraschend und brachte mich zum Nachdenken.Gefolgt von „blöder Papa“ und dessen offensichtlich verletzten inneren Kind erklärte ich, dass das jetzt Papas Gefühle verletzt.

Auf einmal beginnt das Verstehen. Schritt für Schritt.

Nicht unbedingt nachhaltig, weil sie noch sehr im Moment lebt, aber es kommt.

Jahresrückblick

2017. 🤔

Ein knackiges Jahr.

Die reinste Achterbahnfahrt. 🎢

Ich war über die Hälfte des Jahres schwanger.🤰

Wir lernten die Gängelei im Jobcenter kennen.

Ich lernte, dass ich mich letztlich nur auf Teile meiner Familie 100%ig verlassen kann, wenn es mir wirklich schlecht geht. (Und zwar von denen, bei den ich immer weiß, dass sie für mich da sind ❤️)

Ich lernte, dass ich stark sein kann, wenn ich am liebsten nur noch aufgeben möchte. 💪

Ich stand Ängste aus.😥

Ich erfuhr meine Grenzen.

Meine längste Freundin aus Kindertagen heiratete ihre große Liebe. 👰

Mein Garten wurde Teil des Hortus-Netzwerks. 🌺🦋🐝

Nachdenklich blicke ich zurück.

Nachdenklich blicke ich nach vorn.

Wir gehen zu viert ins neue Jahr. 👨‍👩‍👧‍👦

Mir ist bewusst wie viel Glück wir hatten.

Ich bin dankbar für jede Erfahrung, auch wenn ich mir gewünscht hätte, ich hätte manch eine davon nicht machen müssen.

Ich hoffe, dass ein paar der neuen Freunde mich ein ganzes Stück des Weges weiter begleiten werden.

Kommt allesamt gut ins neue Jahr.

Mobbing im Kindergarten 

Seit September geht der Krümel in die große Gruppe. Nichts mehr Krippe.in der Krippe war sie eine der Großen, jetzt ist sie eine der Kleinen und leider ist sie auch körperlich eher klein. Außerdem ist sie noch nicht ohne Windel. – Und da geht das Theater schon los.

Im Sommer gab es einen Elternbrief wegen Engelbert Strauss Hosen. Kinder hatten andere Kinder im Wald nicht mitspielen lassen, weil sie keine Engelbert Strauss Hose anhatten.

Da habe ich mich dazu hinreißen lassen, mich darüber aufzuregen, dass das ja schon ein Armutszeugnis sei, wenn die Kinder Zuhause solche Werte vermittelt bekommen. Von alleine kämen die wohl nicht darauf, dass das so was besonderes sei.

Es traf versehentlich den richtigen. Ein Vater eines solchen Kindes stand daneben und war peinlich berührt.

Die Große ist nun in der Situation, dass sie gehässig „kleine N.“ genannt wird, obwohl sie die einzige ihres Namens ist. „Baby N.“ fällt auch und wäre ich nicht daneben gestanden, hätte ich es nie erfahren. Sie ist 3,5 Jahre alt. Sie kann mir nicht sagen, was genau das Problem ist, aber ich merke wohl, was daraus entsteht.

„Ich will nicht in den Kindergarten.“

Nun, eigentlich ging sie immer gern. Ich ertappe mich, wie ich sie zu überreden versuche. Immerhin zahle ich für den Platz und eigentlich gibt es viel zu tun Zuhause, was ohne sie schnelle geht. Bei dem Gedanken schäme ich mich dann. Ich liebe unsere Tochter.

Irgendwann entwickelte sich das Gespräch morgens so: Weiterlesen